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Rheuma – der See der erstarrten Tränen

Erkrankungen können durch unterschiedliche Ursachen entstehen:

  • durch unsere Ernährung (wir bestehen aus dem was wir essen, oder besser: was wir verdauen können),
  • durch unsere Handlungen oder
  • durch die Psyche.

Wenn man eine vollständige Heilung will, das heißt Gesundheit von Leib, Seele und Geist, dann ist es unerlässlich auch die Erkrankung von ihrer psychischen Seite zu betrachten.

Nur so kann die Entstehung der Erkrankung vollständig entwurzelt werden und sich nicht nach einer Frage der Zeit einen anderen Weg suchen.

Oftmals kann Rheuma auf ein Trauma physisch oder psychischen Ursprungs zurückgeführt werden. Im Ayurveda heißt es "Rheuma, der See der erstarrten Tränen“. Ayurveda beschreibt zur Entstehung der Krankheit noch weitere Ursachen. Eine chronische Erkrankung entsteht nicht durch eine einmalige „Verfehlung“, sondern durch gewohnheitsmäßige, über Jahre anhaltende sich Tag - täglich wiederholende krankmachende Faktoren.

Es gibt drei alte ayurvedische Texte, die vor Jahrtausenden entstanden sind. In diesem Artikel beziehe ich mich auf das jüngste Werk bei der Auflistung der Ursachen, Vorzeichen, Symptomen und Klassifizierung der unterschiedlichen Typen der rheumatischen Erkrankung: Ashtangha Hrdayam, Entstehung 600 n. C. (Chowkhamba Press, Varanasi, Indien, Übersetzung ins Englische von Prof. K.R. Srikantha Murthy).

Rheuma aus ayurvedischer Sicht

Ayurveda sieht drei Funktionen für die Gesundheit im Körper verantwortlich. Vata ist verantwortlich für das Bewegungsprinzip und den Transport, Pitta für den Stoffwechsel und die Umwandlungsprozesse und Kapha für den Körperaufbau und die Stabilität.

Wenn eine dieser Funktionen aus dem Gleichgewicht gerät, das heißt vermehrt, reduziert oder gestört wird, dann kommt es zu einer Erkrankung.

Der Begriff Rheuma stammt aus dem Griechischen und bedeutet Fließen. Das Verständnis der Griechen war, dass der Rheumatismus von im Körper umher fließenden Stoffen herrührt. Mit dieser Bezeichnung lässt sich auch das ayurvedische Verständnis erklären. Die Beschwerden sind im Körper in Bewegung und es kommt zu Schmerzen, die fließend, reißend oder ziehenden sein können (Hauptsymptom von Vata).

Jede rheumatische Erkrankung ist eine Vata-Erkrankung, das heißt zuviel Vata ist vorhanden und muss reduziert werden. Die Erkrankung kann jedoch unterschiedliche Untertypen haben: bei Pitta Untertyp kommt es zu entzündlichen Gelenken; die Gelenke fühlen sich heiß an. Diese Person braucht eine andere Behandlung als jemand mit einem Untertyp Kapha, dem Wärme immer gut tut.

Jemand mit einem Pitta Untertyp braucht eher kühlendere - keine kalten! - Maßnahmen im Vergleich zu Vata oder Kapha. Kälteanwendungen, wie sie unter anderem teilweise in der Schulmedizin gemacht werden, sind für den Moment angenehm, hindern die Erkrankung aber nicht daran fortzuschreiten. Wenn Vata aus dem Gleichgewicht gerät, hat das auch einen Einfluss auf Pitta und Kapha. Daher behandelt der Ayurveda- Therapeut stets die beiden anderen Funktionen in einer ganzheitlichen Behandlung mit.

Vata Rakta – eine Erkrankung des Knochengewebes und des Blutes

Vata Rakta bedeutet, dass eine Störung von Vata im Gewebe Blut (Rakta) vorhanden ist. Charakteristisches Merkmal sind ein entzündlicher Prozess mit starken Schmerzen. Das führt zu einer Störung von Vata und Rakta. Wenn Vata erhöht wird, bewegt es sich in die verkehrte Richtung. Das kann Verstopfung, Blähungen und bei der Frau Menstruationsbeschwerden zur Folge haben.

Bevor es zu einer rheumatischen Erkrankung kommt, ist das Vata schon über einen langen Zeitraum gestört bzw. erhöht. Die Ursache liegt, wie bereits oben beschrieben, bei den meisten Erkrankungen bei der verkehrten Ernährung (bzw. unzureichender Verdauung), unserem Verhalten oder es hat psychische Ursachen.

Es gibt auch konstitutionelle Dispositionen, das heißt aber nicht, dass man eine rheumatische Erkrankung bekommen muss. Der wichtigste Bereich im Ayurveda ist die Vorbeugung. Wenn bereits bei den ersten Vorzeichen einer Erkrankung etwas verändert wird, ist die Prognose am besten. Es muss nicht abgewartet werden, bis etwa der Rheumafaktor erhöht ist oder der CRP Wert oder die Blutsenkungsgeschwindigkeit erhöht sind.

Gerade bei genetisch bedingter Disposition ist es möglich, vorbeugend so viel zu tun, dass die Erkrankung nicht entsteht. Es muss auf entsprechende Ernährung, Verdauung, Lebensführung und psychisches Gleichgewicht geachtet werden. Nicht jede Person wird diese Erkrankung bekommen. Die Personengruppe, die diese Erkrankung leichter bekommt sind sehr empfindliche Menschen. Auch sind es Personen, die sich wenig bewegen und wenig spazieren gehen.

Die Erkrankung fängt normalerweise an den Beinen an. In den alten Texten wird beschrieben, dass vor allem Menschen, die ihre Beine beim Reiten auf einem Tier herunterhängen lassen, rheumatische Krankheiten bekommen. Das heißt, die Person bewegt sich vorwärts, ohne ihre Beine zu bewegen. Auf die heutige Zeit übertragen, ist das jemand, der sich in einem Fahrzeug vorwärts bewegt, ohne sich selbst zu bewegen.

Daher gibt es eine weitere Bezeichnung für diese Erkrankung: Adhyaroga, übersetzt aus dem Sanskrit: „die Erkrankung der Könige“: Nach einem opulenten Essen wurden die Könige in einer Sänfte getragen. Das wäre heutzutage jemand, der gewohnheitsmäßig ein schweres Essen isst und danach weite Strecken mit dem Auto, Bus, Zug oder Flugzeug zurücklegt.

Wann fängt die Erkrankung an?

Sicherlich nicht erst in dem Moment, in dem das Rheuma diagnostiziert worden ist. Fast alle Menschen haben vor ihrer Diagnose schon jahrelang wandernde (Gelenk)beschwerden, sind vielleicht auch schon von einem Arzt zum anderen gegangen und waren vielleicht schon bei einem Rheumatologen, aber es konnte noch keine Diagnose gestellt werden – der Schmerz war jedoch da.

Der Körper schickt Warnsignale mit lautem Geschrei: dem Schmerz: „Nehme ein bisschen Rücksicht auf mich, tu was für mich.“ Oder er reagiert mit Schwellung, somit versucht der Körper Bewegung einzuschränken. Wird das Knie nun punktiert, wird nur das Symptom beseitigt, aber nicht nach der Ursache gesucht.

„Vorbeugung ist besser als Heilung“ – und vor allem einfacher!


Ashtangha Hrdayam, Nidana Sthana (Diagnose von Erkrankungen) 16.Kapitel: Vatasonita Nidanam - Ursachen von rheumatischen Erkrankungen:

  • Einnahme von Nahrungsmitteln, die zu einem brennenden Gefühl während der Verdauung führen
  • Unverträgliche Nahrungsmittelkombinationen (z.B. Milch und Fisch)
  • Nahrungsmittel, die zu einer Verunreinigung des Blutes führen (z.B. viele Pilze oder Joghurt)
  • Zuviel Schlaf
  • Nicht ausreichender Schlaf, Schlafstörungen
  • Sexuelle Probleme
  • Trauma, durch Unfall oder auch psychisch
  • Nie Entgiftungs- oder Entschlackungsbehandlungen gemacht zu haben
  • Sich häufig einer kalten Brise aussetzen


Auch andere von Rheuma scheinbar unabhängige Krankheitssymptome können damit zusammenhängen:
Störungen im Verdauungstrakt in Form von Blähungen und Verstopfung, oder unverdaute Essensreste im Stuhl. Weitere scheinbar unbedeutende Symptome können trockene Haut, kalte Hände oder kalte Füße sein.

Vorzeichen:
Alle Symptome kommen und gehen. Die Vorzeichen sind teilweise ähnlich wie bei Psoriasis (Kushta). Erst später nimmt die Erkrankung einen anderen Verlauf:

  • Schwäche
  • Jucken
  • Schlechte Wundheilung
  • Pochen
  • Zerspaltender Schmerz, kommend und gehend im Vorderbein, Wade, Oberschenkel, Hüfte, Schulter, Hand und andere Gelenke im Körper
  • Gefühl der Schwere in den Gliedern
  • Verlust des Tastsinns, Sensibilitätsstörungen

Am besten wäre es, zu diesem Zeitpunkt die Erkrankung zu behandeln. Dies ist aber noch das Stadium, in dem der Patient die Beschwerden spürt, aber organisch und im Blutbild noch nichts nachweisbar ist. Wenn nun das gleiche Verhalten, Ernährung und psychische Grundstruktur beibehalten werden, dann verstärken sich die Vorzeichen und werden zu folgenden Symptomen:

  • Der Schmerz und die anderen Symptome verfestigen sich in den Füßen, manchmal auch in den Händen. Als nächstes verteilen sie sich im ganzen Körper, wie „das Gift bei einem Rattenbiss“, das heißt langsam aber stetig über einen langen Zeitraum.
  • Akutes Stadium: uttana (erhöht), das heißt: Jucken der Haut, verschiedene Arten von Schmerz und Färbungen (kupferfarben, grau oder rot). Starkes brennendes Gefühl und Hitze.
  • Danach geht es in das gambhira Stadium über: Schwellungen, vorangehend starke Schmerzen. Vata verteilt sich in den Gelenken, Knochen und Knochenmark und führt dort zu schneidenden Schmerzen und Deformationen der Knochen und Gelenke
  • Nach der Ausbreitung im ganzen Körper macht es die Person „lahm“ auf einem oder auf beiden Beinen

Untertypen der rheumatischen Erkrankungen

Die rheumatischen Krankheiten sind Zustände, in welchen Schmerz und Steifheit von ein paar Teilen des Muskel- und Skelettsystems überwiegen. Sie sind entweder entzündlich, Stoffwechsel bedingt oder degenerativ.

Es gibt verschiedene „Untertypen“ der rheumatischen Erkrankungen, dementsprechend werden sie auch unterschiedlich behandelt. Die Haupterkrankung dahinter ist immer ein zu hohes Vata. Ernährung und Verhalten müssen folglich immer Vata reduzierend sein. Da Vata kalte und trockene Eigenschaften hat sollte das Essen eher warm und "sossig" sein. Ein ruhiges Verhalten und Regelmäßigkeit sind heilsam.

Der Behandelnde muss jedoch auch den „Untertyp“ erkennen und entsprechend Therapeutika und Behandlung auswählen. Der Untertyp kann sich auch verändern - entsprechend verändert sich dann auch die Behandlung. Je nach Jahreszeit können sich die rheumatischen Beschwerden wandeln. Auch das ist ein wichtiger Faktor in der Behandlung.

  • Reine Vata Form:
    Hierzu zählen die degenerativen Krankheiten wie Osteoarthritis, Spondylose und Morbus Raynaud. Schmerz steht im Vordergrund, auch Pochen und Stechen. Sehnen und Bänder verkürzen sich in den Finger- oder Zehengelenken, trockene Schwellungen, starke Schmerzen in den Gelenken. Abneigung gegen Kälte. Kälte führt zu Steifheit, Zittern, Gefühlsverlust und anderen Unannehmlichkeiten. Vermehren der Schmerzen während der „Vata- Zeit“ (Vata-Zeit: Herbst, Vata Tageszeit ist zwischen 2.00 und 6.00 Uhr, und zwischen 14.00 und 18.00 Uhr).
  • Rakta, Blut steht im Vordergrund:
    Hierzu gehört die Psoriatische Arthritis. Schwellungen mit sehr starken Schmerzen und Stechen. Kupferfarbene Verfärbungen.
    Kribbeln bis hin zu leichtem Brennen. Weder ölige noch trockene Substanzen geben eine Erleichterung. Einhergehend sind Jucken und eventuell Absonderungen. Ein Symptom ist auch, wenn es zu keiner Veränderung durch die Anwendung von trockenen oder öligen Substanzen kommt.
  • Pitta Untertyp:
    Entzündliche Krankheiten des Bindegewebes beinhalten rheumatische Arthritis und andere Arten von entzündlicher und infektiöser Arthritis. Ein Beispiel hierfür ist der systematische Lupus Erythemadosus. Auch andere Erkrankungen des Bewegungsapparates wie Poliomyelitis gehören dazu. Beschrieben werden Symptome wie: brennendes Gefühl am ganzen Körper, Wahnvorstellungen, Schwitzen, Ohnmacht, Durst, Berührungsempfindlichkeit, Schmerz, Röte, Schwellung, Geschwürbildung und große Hitze.
  • Kapha Untertyp:
    Diese metabolischen (Stoffwechsel bedingten) Krankheiten beinhalten Ablagerungen wie bei Gicht und Chondrokalzinose. Auch Arthrose gehört hierzu. Die Symptome sind: Inaktivität, Schwere, Gefühlsverlust, die Haut ist eher ölig und kalt. Es kann zu stärkeren Wasseransammlungen und Schwellungen kommen. Des weiteren können Schmerzen und schwaches Jucken auftreten.

 

Ayurveda kennt zwei Arten der Behandlung


Wenn die Erkrankung erst seit kurzer Zeit vorhanden ist oder einen nicht so schweren Verlauf hat reicht es aus, die ursächlichen Faktoren (Ernährung, Handlung und Psyche) zu verändern und einfache pflanzliche Präparate zur Unterstützung zu nehmen um zu gesunden.

Ist die Erkrankung schwerer, bedarf es einer gezielten Reinigungsbehandlung dem Panchakarma. Die Präparate, die angewendet werden sind unterschiedlich, je nachdem welche Krankheitssymptome im Vordergrund stehen.

Drei Schritte der Panchakarma- Behandlung


„Es gibt keine bessere Behandlung für Vatarakta als eine Reinigungsbehandlung mit Einläufen“ (Ashtangha Hrdayam, Chikitsa Sthana (Behandlungskapitel) 21, 14). Dies gilt besonders dann, wenn die Erkrankung mit Schmerzen im Darm, Oberschenkel, Gelenke, Knochen oder / und im Unterleib einhergeht.

  1. Als erstes werden Kräuterabkochungen (Kashaya) oder fermentierte Kräuterabkochungen (Arishta) innerlich gegeben um die Schlackenstoffe (Ama) im Körper zu reduzieren.
  2. Dann folgt die nächste Stufe: die Vorbereitung vor der Reinigung. Dafür werden die ayurvedischen Massagen durchgeführt, unterschiedlich je nach Untertyp - täglich jedoch die gleiche Art der Massage. Abhyanga (einfache sanfte Ölmassagen), Kaya seka (Öl wird über den Körper gegossen, da selbst die Hände zu viel Hitze geben) oder Upanaha (kräftige Massage mit Kräuterpulvern in Beuteln). Durch die innere Einnahme von Präparaten (siehe Punkt 1) und die Massage, die an 5 - 28 aufeinanderfolgenden Tagen durchgeführt wird, wird das Ama (Schlackenstoffe, Toxine) wieder mobilisiert und dorthin zurückgebracht wo es hergekommen ist: zum Verdauungstrakt. Wenn es dort angekommen ist, ist es der richtige Zeitpunkt für die Ausleitung. Dies ist die Hauptbehandlung – alles andere war die Vorbereitung bzw. ist die Nachbehandlung. Welche Reinigung durchgeführt wird, wird nach dem Untertyp ausgewählt: Entweder Virechana (therapeutisches Abführen), Rakta Moksha (Aderlass, dazu gehören auch Blutegel) oder Vastis. Meistens werden Vastis (Einläufe mit Öl, Kräuterabkochung, medizinierter Milch...) gegeben.
  3. Nachbehandlung mit individuell ausgewählten immunitätsstärkenden Nahrungsergänzungsmitteln. Nach der Reinigung können diese aufbauenden Präparate in die Tiefe dringen und vorbeugend an den Schwachstellen wirken. Es sollte eine regelmäßige Selbsteinölung mit ayurvedischen Ölen, die mit unterschiedlichen Heilpflanzen aufbereitet sind, durchgeführt werden.

Die wichtigsten Heilpflanzen, die bei Vata Rakta angewendet werden sind Guduchi (Tinospora cordifolia) und der Galgant, der in Sanskrit Rasna (Alpinia Galanga) heißt. Jedoch sind die Präparate, die angewendet werden, von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Auch Weihrauch (Olibanum) kann ein Bestandteil in einem Präparat sein. Es ist keine ayurvedische Behandlung, wenn einem Rheumatiker Weihrauch über mehrere Monate oder Jahre verabreicht wird. In Ayurveda betrachtet man immer das Individuum: „Wer hat welche Krankheitssymptome?“ Dazu zählen auch sonstige andere Krankheitssymptome. Wichtig ist in Ayurveda weiterhin, in welchem Medium die Pflanzen zu welchem Behandlungszeitpunkt gegeben werden.

Fallbeispiel:

Frau, 62 Jahre, kommt in die Praxis:

  • Beschwerden durch rheumatische Arthritis seit 6 Jahren. Betroffene Gelenke: erst linker Fuß, linkes Knie und beide Hüften. Jetzt fast alle Gelenke
  • Verstopfung seit mindestens 30 Jahren, eigentlich schon als Kind Probleme damit
  • Vor 15 Jahren OP Hysterektomie, Totalentfernung der Gebärmutter, wegen einem großen Myom
  • 5 Jahre später starke Rückenschmerzen im Lumbarbereich, manchmal ausstrahlende Schmerzen in das linke Bein (Ayurveda: Ist die Gebärmutter entfernt worden, ist mehr Raum für Luft, also für Vata. Es kann sich nun ungehindert vermehren und ansammeln und zu starken Rückenschmerzen führen).
  • Menstruation: sie hatte früher immer sehr starke Beschwerden
  • Schlaf: wacht um 4.00 Uhr früh auf und braucht dann eine Stunde um wieder einzuschlafen (Vata Tageszeit)


Nach der Diagnosestellung folgte eine Ernährungsberatung: Vata provozierendes Verhalten kann ein unregelmäßiges Leben sein, regelmäßig Mahlzeiten auszulassen oder beim Essen noch tausend andere Dinge gleichzeitig machen, oder gar das Essen in Hast runterzuschlingen, mit den Gedanken schon ganz wo anderes. Natürlich kann auch regelmäßig zu schweres Essen das nicht verdaut werden kann, zu mehr Vata führen.

Einhergehend konnte mit der ersten Phase, der Phase der inneren Einnahme von Heilpflanzen, die über 4 Wochen ging, angefangen werden. Danach waren Stuhlgang und Verdauungskraft (keine Blähungen mehr), so gut „wie noch nie in ihrem Leben“.
Nach der 1. Panchakarmakur (5 Tage): Schlaf meistens sehr gut, manchmal kurzes Aufwachen, aufs Klo gehen und wieder Einschlafen. Rückenschmerzen manchmal noch vorhanden. Gelenkbeschwerden besser, der Schmerz fühlt sich dumpfer an.
Nach der 2. Panchakarmakur (5 Tage): Nur noch selten Schmerzen, eher bei Wetterumschwung und nach übermäßiger Anstrengung.
Eine dritte Panchakarmakur steht noch aus, auch wenn sie momentan weitestgehend beschwerdefrei ist, ist es notwendig diese  durchzuführen.

Prognose:
Wenn ein Dosha bei Vata Rakta überwiegt oder der Beginn der Beschwerden erst vor kurzer Zeit war, ist Rheuma vollkommen heilbar.

In den meisten Fällen sind die Symptome von Rheuma durch Ayurveda fast vollständig zu beseitigen. Die Kur (5 – 28 Tage) sollte insgesamt drei Mal im Abstand von einem Jahr durchgeführt werden. Man kann den Körper nicht als getrennte Einheit von seiner Psyche verstehen. Während einer Reinigungsbehandlung auf körperlicher Ebene findet auch eine Bewegung auf der psychischen Ebene statt, die idealerweise bewusst - wie es u.a. in der Arbeit mit einem Coach oder anderen Ansätzen der Persönlichkeitsentwicklung der Fall ist - begleitet wird.

Ayurveda ist keine Wundermedizin. Sie ist sehr effektiv gerade bei rheumatischen Erkrankungen, basierend auf einem sehr ausgeklügelten System. Basis dafür ist die langfristig ausgelegte Zusammenarbeit zwischen Patient und Therapeut. Das erfordert Geduld und Durchhaltevermögen von beiden Seiten.

Schlussbemerkung: In Indien ist es Normalität, dass rheumatische Patienten von den schulmedizinischen Ärzten an die Ayurveda- Kliniken überwiesen werden.