Ayurveda Praxis

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Sommer Newsletter

Liebe Ayurveda Freunde / Interessierte,


im Sommer geht die Kraft der Pflanzen mehr in die Blätter, Blüten und Früchte.
Auch wir kommen mehr in die Aktivität, wir sind weniger zuhause verwurzelt und mehr in Bewegung. Unser Hauptfokus in den Sommerwochen sollte sein: „einen kühlen Kopf bewahren - stay cool“, die Intensität im Leben immer wieder mit Entspannung und Ruhephasen, wie auch mal mit einer kleinen „Siesta“ abzuschwächen und zu versuchen, dass wir wieder gut geerdet sind. Es ist gut schon kleine Symptome wahrzunehmen und auszugleichen. Das ist die beste Vorbeugung um gesund und ohne Vata und Pitta Erkrankungen, wie z.B. Gelenkbeschwerden, Hautprobleme, Depressionen, Schlafstörungen, in der darauffolgenden kälteren Jahreszeit zu bleiben.

Wie sieht das praktisch im Leben aus?
Es ist besonders wichtig, dass wir in der Aktivität wieder zur Ruhe kommen. Sonst fängt Vata (das Bewegungsprinzip) an, sich im Körper als Ungleichgewicht anzusammeln. Durch die Wärme im Sommer kommt es noch nicht zu Beschwerden, erst im Herbst, wenn die Kälte und der Wind dazu kommt, bricht das im Sommer angesammelte Vata und Pitta als Beschwerden aus. Parallel zum Vata, fängt das Pitta durch die Hitze im Sommer an sich anzusammeln, macht aber erst Beschwerden wenn es zu viel ist.
Eine andere Besonderheit, die unser Körper im Sommer zeigt ist, dass er das Verdauungsfeuer herunterfährt, sonst würde es uns noch heißer werden. Dies ist ein Zeichen dafür, dass der Körper versucht sich ins Gleichgewicht zu bringen. Im Winter erst wieder muss das Feuer gut brennen, damit das Feuer den ganzen Körper von innen mehr wärmt, bis in die Finger und in die Fußspitze. Daher können wir auch im Winter schwerere Sachen essen und sie auch verdauen, wie schwerere Fleischgerichte oder Eintöpfe.

Im Sommer gilt: das Essen sollte leichter sein, damit das Verdauungsfeuer nicht erstickt
Im südlichen heißen Indien, wo viel traditionelles Ayurveda praktiziert wird, können wir sehen, wie die Menschen dort das Feuer stärken:

  • Scharfe Gewürze verwenden wie Pfeffer, Chili, Senfsamen, Ingwer, Koriander, Kurkuma ....
  • Warme Getränke wie Minze, Kreuzkümmeltee, Khadiratee (wie z.B. unser Rasudi Tee). Auch Traubensaft und Buttermilch sind zu bevorzugen.
  • Es wird viel gekocht, durch das Kochen wird unser Essen bekömmlicher und ist so leichter zu verdauen.
  • Die Natur bringt mehr Früchte hervor, sie sind leichter zu verdauen und wirken eher kühlend.
  • Salate und rohes Gemüse sollten eher mittags gegessen werden, wenn das Verdauungsfeuer stärker ist, abends ist es schwerer zu verdauen.
  • Süßen Geschmack bevorzugen (z.B. Karotten, Reis, Nudeln, Obstkuchen, Milch, Milchreis, Ghee)
  • Speisen sollten nicht zu trocken sein
  • Alkohol nur in kleinen Mengen und mit Wasser verdünnt


Das Schöne am Ayurveda ist dass es keine Verbote gibt: es heißt bevorzugen und reduzieren. Das Essen sollte unsere Medizin sein, daher gilt es uns selber kennenzulernen und zu spüren was uns gut tut. Das ist die beste Vorbeugung für sämtliche Erkrankungen. Es sollte nicht darauf hinauslaufen, dass wir dauerhaft Medikamente brauchen um überhaupt richtig verdauen zu können.

Gesundes Verhalten im Sommer nach den alten traditionellen ayurvedischen Texten:

  • sich nicht der brennenden Mittagssonne aussetzen, eher die Morgen- und Abendsonne genießen
  • Perlenketten haben eine kühlende Wirkung
  • Berührung mit zarten Händen, die mit Sandelholzwasser gekühlt wurden
  • reduzierte körperliche Anstrengungen, auch sexuelle Aktivitäten etwas reduzieren
  • Orte wie Gärten und Parks genießen, vor allem dort wo Seen, Flüsse oder Wasserfälle sind
  • tagsüber Spaziergänge durch den Wald mit schattigen Bäumen machen
  • kühlende und leichte Düfte wie Lemongras, Rose, Lavendel, Orange, Bergamotte und Lotus verwenden.
  • Blumen in voller Blüte aufstellen
  • leichte und dünne Kleidung mit kühlem Wasser besprengen
  • Erschöpfung durch die Hitze am Tag verschwindet durch das Auftragen von Rosenwasser oder Sandelholz.
  • Ölmassagen mit kühlenden Ölen, wie Eladi Thailam, Lakshadi Thailam und Ksheerabala Thailam (können beide als Kopf und als Körperöl verwendet werden), Triphaladi Thailam (Kopf) und Pinda Thailam (Körper)


Vorbeugung heißt, dass wir jetzt gut auf uns aufpassen und uns mit der Natur verbünden. Wenn im Sommer wiedermal ein herbstlicher oder winterlicher Tag ist, oder „Monsoontage“ kommen, dann gilt es sich nach der Jahreszeit an dem Tag zu richten.

Wir wünschen Ihnen und uns noch viele schöne Sommertage und laue Sommernächte,
Ihre Heike Seegebarth und Hubertus Seel


Derjenige, der die geeignete Nahrung und Verhalten für jede Saison kennt
und sich daran hält – ist glücklich, stark und hat eine gute Ausstrahlung.
(Charaka I Su, VI, 3)



Rezept für den Sommer:

Masala Buttermilch
erfrischende und verdauungsfördernde Wirkung: Dieses Rezept kann bei Verdauungsstörungen, wie Verstopfung, Kolik, Anämie, Durchfall, Nahrungsmittelallergien und Hämorrhoiden helfen.

1 Glas Buttermilch
½ Glas Wasser
½ Zitrone
1 Stück frischen Ingwer, kleingeschnitten
5 Curryblätter
1 Prise Kurkuma (Gelbwurz)
etwas grüne Chili (kann auch entfallen)
Salz nach Geschmack

Buttermilch mit Wasser und Zitrone gut verrühren, die Gewürze dazugeben und mindestens 30 Minuten bei Zimmertemperatur stehen lassen. Wohl bekomm´s!

Woher kommt die Frühjahrsmüdigkeit

Liebe Ayurveda Freunde / Interessierte,


Woher kommt die Frühjahrsmüdigkeit?
Im Winter brennt das Verdauungsfeuer am Stärksten, wir können auch schweres Essen verdauen, brauchen aber auch genug Brennstoff um genug Wärme produzieren zu können. Wir essen in der Zeit gerne Herzhaftes, fettiges oder süßes Essen. Es sammelt sich mehr Kapha an, ein kleines Fettpölsterchen das im Winter entsteht gab Schutz vor der Kälte.
Im Frühling, wenn es wärmer wird, schmilzt das übermäßige Kapha und kann zu Trägheit, vermehrten Schleim, Heuschnupfen und Frührjahrsgrippe führen. Diese Schmelze bringt unser Feuer runter auf eine kleine Flamme. Deshalb muß das Verdauungsfeuer (Jadhara-Agni) und der Stoffwechsel (Dhatu-Agni) wieder angeregt werden. Sonst kann es zu Allergien und Erkältungen, Verdauungs- und anderen Kapha-Störungen kommen. Die sogenannte Frühjahrsmüdigkeit ist nur eine Folge davon.
Was kann ich selber vorbeugend tun?
Auf die entsprechende Ernährung achten und eine gesunde Tagesroutine:
Wichtige Tips zur Ernährung im Frühling:
Um das überschüßige Kapha zu reduzieren sollte das Essen jetzt eher bitter, herb und scharf sein. Leichtes Essen, vor allem am Abend, wie z.B. eine warme Suppe. Es ist eine gute Zeit um zu entschlacken oder zu Fasten.
Tipp: Ideales Frühlings-Frühstücks-Getränk: In ein Glas lauwarmes Wasser Saft von einer halben Zitrone und einen Teelöffel Honig geben und als erstes trinken
Ist Kapha erhöht ist folgendes Essen gut: Spinat, Mangold, Brokkoli, etwas Salat (z.B. Löwenzahn, Ruccola und Chicorree). Es sollte im Verhältnis mehr Gemüse und weniger Getreide (Hirse, Gerste, Quinua und Roggen) gegessen werden. Die besten Gewürze sind jetzt Ingwerpulver, Pfeffer, Basilikum (Tulasi) und Gelbwurz.
Viele verspüren jetzt Lust auf Salate und Frisches. Das ist ok für Pitta, bei denen das Verdauungsfeuer gut brennt. Vata sollte nicht so viel der Versuchung nachgehen und viel Salate oder Rohkost zu sich nehmen, besser ist es etwas warmes wie unsere Kräutersuppe*, oder auch mehr Tees, wie z.B. Ingwertee aus der frischen Wurzel oder andere Gewürz- oder Kräutertees zu sich zu nehmen. Für Vata gilt es gut zu würzen, aber nicht zu scharf zu essen. Gewürze haben im Allgemeinen die Wirkung das Verdauungsfeuer zu stärken. Viel leichter verdaulich wird das Essen wenn wir es schmoren oder sanft kochen. Um das Feuer zu stärken hilft auch eine Mahlzeit ausfallen zu lassen, das Abendessen vor 18 Uhr zu essen, Ingwertee zu trinken, Gewürze zu verwenden oder einfach nur die Hälfte zu essen.

Weiteres zum Verhalten im Frühling:
Morgens vor 6 Uhr aufstehen. Tägliche Bewegung ist wichtig, um in die Gänge zu kommen. Für Vata-dominierte: ein bißchen Bewegung, wie z.B. Spaziergänge und Yoga, wichtig ist kontinuierlich am Ball zu bleiben, für Pitta moderat viel Sport/ Bewegung und die Kapha´s dürfen sich gerne anstrengen, so richtig zum Schwitzen kommen tut ihnen gut! Die Hauptmahlzeit sollte Mittags sein und das Abendessen am besten vor 18 Uhr. Tagsüber nicht schlafen. Auch der Psyche tut es gut, sich mit Blumen zu umgeben.
Wir wünschen Ihnen einen wunderschönen und gesunden Frühling

Herzliche Grüße vom Bodensee,
Heike Seegebarth und Hubertus Seel

 

Zwei Rezepte zur Entschlackung im Frühling


Khichadi   


Gut bei einer schwachen Verdauung, fördert die Ausscheidung von Giftstoffen,
gut zur Entschlackung im Frühjahr

1 Tasse Reis
½  Tasse Mungbohnen (geschält)
4 –6 Tassen Wasser
1 Eßl. Ghee
½ TL Kreuzkümmelpulver
½ TL Koriandersamenpulver
¼ TL Gelbwurzelpulver
1 flachen Teelöffel kleingeschnittene frischen Ingwer
1 Prise Salz
(1 Prise Asafoetida)

Mungbohnen und Reis waschen.
Ghee erhitzen und  die Gewürzpulver darin 1 Minute anrösten, Ingwer dazugeben.
Mungbohnen und Reis dazugeben und eine weitere Minute anrösten.
Wasser dazugeben und solange kochen bis es weich ist (30- 40 Minuten).
Salzen nach Geschmack.

Der Reis kann auch von den Moongbohnen getrennt zubereitet werden. Wichtig ist, dass beides von der Konsistenz her eher geschmeidig  ist - wie eine Suppe oder Eintopf. Es können auch andere Gewürze hierfür dazugegeben werden: Nelken, Kardamom, Paprikapulver, Pfeffer, Asafoetida und zum Schluss Koriander- oder Curry-Blätter.



Die Neun-Kräuter-Suppe


Die ersten Kräuter im Frühjahr verleihen dem Körper nach der langen Winterzeit Gesundheit.
Tatsächlich hat die Kräutersuppe mit ihren Inhaltsstoffen eine
entschlackende und immunstärkende Wirkung.
Sie eignet sich gut um im Frühjahr den Winter aus dem Körper zu vertreiben
und ihn für das neue Jahr zu kräftigen.

Je 2 TL feingeschnittene Bärlauchblätter, Brennnesselblätter, Gänseblümchen,
Gundrebenblätter, Löwenzahnblättchen, Rauke, Sauerampferblättchen,
Schafgarbenkraut und Wegerichblätter
1 - 2 Zwiebeln
2 EL Butter
2 TL Weizenmehl
1 L Gemüsebrühe
Salz, Pfeffer, Muskatnuss
ggf. etwas Sahne oder Sauerrahm

Butter schmelzen und die feingehackten Zwiebelwürfel lichtgelb dünsten, Mehl
drüberstauben und bei milder Hitze vorsichtig hell „anschwitzen“. Unter Rühren mit der
Brühe aufgießen. Die Kräuter hinzufügen, abschmecken und etwa fünf Minuten unter
regelmäßigem Umrühren köcheln lassen. Mit ein paar Löffeln Sahne oder Sauerrahm
abrunden und z.B. mit Baguette servieren.
Weitere Blätter, die für diese Frühlingssuppe verwendet werden können: Giersch, Vogelmiere, Kresse, Scharbockskraut, Taubnessel, Trippmadam, Gänseblümchen, Sauerklee, Kerbel. Ergänzt können die Kräuter mit Kresse, Dill, Petersilie, Schnittlauch, Liebstöckel, Wegwarte, Pimpernelle, Thymian und/oder Salbei werden.
Weitere Variationen: Man kann als Basis für die Kräutersuppe auch Kartoffeln, Sellerie, Kohlrabi oder Karotten nehmen. Eventuel noch mit Knoblauch verfeinern.